07.07.2015

 TravelprotectWas tun: Beschädigung des Fluggepäcks? – Ärger rund um den Flug

Immer wieder passiert es, dass an den Flughäfen das Gepäck beschädigt bei den Flugpassagieren ankommt. Auch wenn der Schaden häufig nicht sehr groß ist, der Ärger ist es in jedem Fall. Was also tun, wenn der Koffer beschädigt aus dem Flieger kommt?

Anspruch für Pauschalreisende

Wer eine Pauschalreise gebucht hat, befindet sich hier in der vorteilhaftesten Situation. Der Reiseveranstalter ist nach dem Reisevertragsrecht verpflichtet, aufgegebenes Urlaubsgepäck seiner Kunden während der Reise ins Feriendomizil und nach Rückkehr nach Hause auszuliefern.

Ist das Gepäck ganz oder teilweise beschädigt oder verschwunden, so liegt ein Reisemangel nach § 651c Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) vor und der Urlauber hat einen Schadensersatzanspruch gegen seinen Veranstalter. Allerdings kann dieser sich auf Höchstbeträge und Regeln berufen.

Geringerer Rechtsschutz auf Individualreisen

Reist man mit Billigairlines und individual, gilt bei nationalen wie internationalen Flügen nur das nicht durch Beförderungsbedingungen abänderbare Montrealer Übereinkommen (MÜ), nicht aber die nationalen Bestimmungen zu Pauschalreisen.

Die Airline haftet allerdings nur für Ereignisse während des Zeitraums, in dem sich das Gepäck an Bord oder sonst wie in ihrer Obhut befindet; eine Beschädigung beim Zoll oder der Polizei fällt daher nicht in den Verantwortungsbereich.

Ist nicht nur der Koffer, sondern auch der Inhalt beschädigt, dann steht dem Fluggast nach dem Montreal Abkommen Schadensersatz zu. Dabei muss aber angegeben werden, welchen Wert der Kofferinhalt hatte. Die Haftung des Veranstalters bzw. der Fluggesellschaft ist in der Regel auf einen bestimmten Betrag begrenzt, zurzeit auf zirka 1.200 Euro.

Für eine Beschädigung einer handgefertigten Porzellanfigur im Koffer wird die Airline wohl dennoch nicht aufkommen. Hier kann die Haftung nämlich entfallen oder sich zumindest mindern, wenn den Reisenden ein Mitverschulden trifft. Wertvolle und leicht zu beschädigende Gegenstände wie Schmuck, Laptops oder Sonnenbrillen sollten daher nicht aufgegeben, sondern lediglich als Handgepäck befördert werden.

 

Wichtig: Das Gepäck sollte umgehend nach Erhalt geprüft und etwaige Schäden sofort reklamiert werden! Wenden Sie sich im Fall des Falles unverzüglich an die Gepäckermittlungsstelle des Flughafens bzw. Ihrer Fluggesellschaft.

Schäden am eingecheckten Reisegepäck müssen innerhalb von sieben Tagen und bei verspätetem Gepäck innerhalb von 21 Tagen, nachdem das Gepäck eingetroffen ist, schriftlich geltend machen. Auf diese Fristen hat die Fluggesellschaft ausdrücklich hinzuweisen.

 Bei der Reklamation immer die Flug-Nummer, den Abflughafen, die Gepäck-Nummer, die Art des Reisegepäcks sowie die Heimat- und die Reiseadresse angeben.