14.07.2015

 

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 Reiserecht - Urlaub in Krisenzeiten

Nach dem Terroranschlag in Tunesien hat das Auswärtige Amt seine Sicherheitshinweise für Urlauber rund um den Globus verschärft und einen Krisenstab eingerichtet. Immer wieder schockieren politische Unruhen und Naturkatastrophen. Urlauber, die eine Reise in betroffene Länder gebucht haben, sind verunsichert und möchten Ihre geplante Reise absagen. Doch allein ein ungutes Gefühl reicht nicht aus, um eine bereits gezahlte Reise kostenlos zu stornieren oder umzubuchen. 

Wann kann ich meinen Urlaub kündigen, ohne dass dies mit Kosten verbunden ist?

Falls das Auswärtige Amt für die jeweilige Reiseregion eine aktuelle Reisewarnung ausgesprochen hat, kann der Urlauber die Reise kostenlos stornieren, da beispielsweise der Charakter einer Rundreise nicht mehr gewährleistet werden kann. Dabei ist die Reisewarnung ein Hinweis darauf, dass ein Fall von höherer Gewalt vorliegt, die ausdrücklich nicht in den Verantwortungsbereich des Reiseveranstalters fällt. Die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes stellen ein Indiz dafür dar, dass ein Fall höherer Gewalt vorliegt und die Reise gekündigt werden kann.

Ein Indiz vor das Vorliegen höherer Gewalt ist gegeben, wenn das Auswärtige Amt (Tel.: 030 5000-2000) vor Reisen an den Zielort warnt. Als höhere Gewalt gelten z.B. der Streik von Fluglotsen, eine plötzlich auftretende Naturkatastrophe oder ein Krieg. Für diese Ereignisse kann der Veranstalter zwar nichts, der Vertrag kann aber dennoch kostenlos gekündigt oder umgebucht werden. Dies trifft dann zu, wenn die Reise durch ein unvorhersehbares Ereignis erheblich erschwert, gefährdet oder zu einem unzumutbaren Sicherheitsrisiko wird.

Was ist mit einer kostenfreien Kündigung, wenn ich nicht in ein Gebiet fahre, für das eine ausdrückliche Warnung vom Auswärtigen Amt vorliegt?

In vielen Fällen ist jedoch fraglich, wann höhere Gewalt vorliegt. Geht Ihr Urlaub nicht in ein Gebiet, das von der ausdrücklichen Reisewarnung erfasst ist, so lässt sich die Frage nach einer kostenlosen Lösung vom Vertrag nicht so leicht beantworten. Allgemeine Angst vor Terroranschläge sowie abgegebene oder erwartete Terrordrohungen sind kein Kündigungsgrund wegen höherer Gewalt. Es kommt nicht darauf an, dass der Urlauber die Reise für gefährlich hält.

Liegt eine solche Warnung nicht vor, sind die Chancen deutlich geringer und die Reiserücktrittsversicherung wird in der Regel auch nicht einspringen. Diese Handhabung gilt für Pauschalreisen. Bei Buchung eines reinen Fluges ist man zumeist auf die Kulanz der Fluggesellschaft angewiesen.

Ob und inwieweit das Auswärtige Amt Sicherheitshinweise und Reisewarnungen ausgibt, sollte daher vor dem Absenden der Reisestornierung geprüft werden.

Informationen zur Sicherheitslage im Ausland bekommen Sie vom Auswärtigen Amt:

www.auswaertiges-amt.de

 

Quellen: u.a. ADAC